Dettendorfer setzt auf InfPro-Digitalisierungs-Experten

Transportunternehmer Georg Dettendorfer über Künstliche Intelligenz in der Logistik: Als ehrenamtlicher Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) gewährt er Einblicke in eine Branche, die sich durch die Digitalisierung mit umwälzenden Veränderungen konfrontiert sieht.

Welche Chancen birgt die Digitalisierung für die Transport- und Logistikbranche, welche sich mit fundamentalen Umwälzungen konfrontiert sieht?

Georg Dettendorfer: Generell orte ich in der Digitalisierung ein riesen Thema. Gerade die Logistik stellt für mich diesbezüglich eine Schlüsselbranche dar, welche die Schnittstelle zwischen Produktion und Kunden der Industrie bildet. In diesem Prozess voraus zu schwimmen ist enorm wichtig. Gleichzeitig müssen wir uns anschauen, was sich bei technischen Innovationen etwa in den vergangenen zehn Jahren getan hat: Heute laufen all diese Umwälzungen wieder in eine ganz andere Richtung: Künstliche Intelligenz ist für mich das Gebot der Stunde. Was kann in Zukunft wo autonom unterwegs sein? Sich jetzt schon damit zu beschäftigen und unternehmerische Strukturen darauf auszurichten, finde ich sehr wichtig.

Unseres Erachtens liegt ein beachtlicher Fokus im Zusammenführen sämtlicher transportrelevanter Daten in einem zentralen System. Einen wesentlichen Teil davon stellt das Einbinden der Fahrzeug-Daten (zB GPS-Daten oder Restlenkzeiten) via Telematik dar. Laut einem Bericht im Branchenmedium DVZ („Einbiegen auf den Daten-Highway“, erschienen am 3. Juli 2018) sind nach wie vor nur 25 Prozent der Trucks und sogar nur 15 Prozent der Trailer mit Telematik-Technik ausgestattet. In Ihrer Funktion als IHK-Vorsitzender (siehe unten): Teilen Sie diese Beobachtung? Wie sind deutsche Transportunternehmen diesbezüglich aufgestellt?

Georg Dettendorfer: Grundsätzlich sehe ich einen gewissen Aufholbedarf, was die Digitalisierung im Transportwesen – im Konkreten die Einbindung von GPS-Daten – betrifft. Allerdings nicht nur auf der Straße, sondern auch auf anderen Verkehrsträgern wie Bahn oder Wasserstraße – auch hier muss es wichtig sein, zu wissen, wo sich die Ware in der Transportkette gerade befindet. Gefühlt sind es in Deutschland jedoch schon mehr als 25 Prozent der Trucks, welche mit Telematik ausgestattet sind. Ich kenne viele Leuchtturm-Unternehmen, welche das Zusammenführen dieser transportrelevanten Daten in einem zentralen System hervorragend gemeistert haben. Weiters beobachte ich hierbei im Mittelstand der restlichen EU eine starke Konkurrenz.

Welchen Rat geben Sie Transport-Unternehmern, die sich bis dato noch nicht an das Thema Digitalisierung herangewagt haben? Was ist wichtig, worauf kommt es an, um reüssieren zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben oder noch erfolgreicher zu werden?

Georg Dettendorfer: Was ist mein Ziel? Welche Maßnahmen machen in meinem Unternehmen Sinn? Diese Fragen sollte sich jeder Unternehmer zu Beginn des Digitalisierungs-Prozesses stellen. Dann natürlich gilt es, die richtigen Partner zu finden, diese vorher intensiv zu prüfen. Wir haben mit Dettendorfer dafür gut eineinhalb Jahre gebraucht. Diese Zeit hat sich gelohnt – wir fühlen uns heute bei InfPro sehr gut aufgehoben.

Eine bedeutende Rolle bei Qualitätssteigerung durch Prozess-Automatisierung kommt dem richtigen Transportmanagement-System (TMS) zu – es gilt auch als Herzstück des Transportes: Welche Parameter waren für Sie ausschlaggebend, sich für das Softwareduo dotiga und translogica aus dem Hause InfPro zu entscheiden?

Georg Dettendorfer: Die Lösung kommt der vorher erwähnten Künstlichen Intelligenz sehr nahe. Die nahtlose Verzahnung des Dokumentenmanagement-Systems (DMS) dotiga und der Transportmanagement-Software (TMS) translogica war außerdem ausschlaggebend für uns. Unser Projektteam war der Meinung, dass das Gesamtpaket stimmt.

Bayerische Erfolgsgeschichte, die bewegt

Familie Dettendorfer blickt auf eine bemerkenswerte Geschichte zurück: Bereits im Jahr 1166 erstmals erwähnt, damals noch mit Innschiffen von Nussdorf aus bis nach Wien, Budapest und das Schwarze Meer unterwegs, entwickelt sich das bayerische Traditionsunternehmen im Laufe des 20. Jahrhunderts zu seiner heutigen Größe: So verfügt die Dettendorfer Gruppe heute über zwölf Standorte in Europa und beschäftigt 547 Mitarbeiter. Die Kernkompetenzen liegen im Bereich Komplett- und Teilladungsverkehre – speziell für Stahl, Papier, Holz, Baustoffe, Getränke und Konsumprodukte. Weitere Kernbereiche bilden die Vernetzung der Verkehrsträger Schiene – Straße, Lager und Logistik. Georg Dettendorfer, Gesellschafter und Geschäftsführer der Johann Dettendorfer Spedition Ferntrans GmbH & Co. KG, ist seit 2011 Vize-Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. Sie stellt mit rund 380.000 Mitgliedsunternehmen die größte IHK bundesweit dar. Seit 2013 bzw. 2016 ist Georg Dettendorfer zudem Vorsitzende des Verkehrsausschusses München und Berlin.

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